Rihanna
Sie gehört zweifelsfrei zu den Entdeckungen des Jahres. Mit
einer atemberaubenden Ausstrahlung, einer beeindruckenden Stimme und
verdammt viel Talent, hat Rihanna alle Voraussetzungen, die Herzen der
Musikfans rund um den Globus höher schlagen zu lassen - von
den Auswirkungen auf den Dancefloors mal ganz abgesehen ... Als erste
Künstlerin, die von Jay-Z bei Def Jam Recordings unter Vertrag
genommen wurde, repräsentiert Rihanna die neue Lady League.
Dass sie Power hat, braucht man eigentlich nicht zu betonen
...
0 Wenn man auf Barbados geboren und aufgewachsen ist, scheint es fast
so, als ob man Reggae, Dancehall und Rhythmus mit der Muttermilch ins
(Sound)System eingeflößt bekommen hat. Doch eine
Karriere als Sängerin und Songwriterin oder gar ein Vorsingen
bei Jay-Z persönlich schien für die
17-jährige Schönheit eigentlich undenkbar. Aber ihr
Weg war bestimmt. Produzent Evan Rogers, der u.a. für Hits von
Christina Aguilera zuständig ist, hat Rihanna ganz
zufällig kennen gelernt. Sie sang ihm vor und wurde direkt
nach New York ins Studio eingeladen. Rogers kontaktierte Jay-Z,
President und CEO von Def Jam Recordings und innerhalb von
rekordverdächtigen 12 Stunden (!) kam es zum Vorsingen und
schließlich zur Vertragsunterschrift. „Nachdem wir
Rihanna gehört hatten, war ich absolut überzeugt. Und
es war klar: Dieses Mädchen verlässt das
Büro nicht, ohne ein Def Jam Signing. So etwas hatte ich
bisher noch nie erlebt, dass man sofort so überzeugt
war“, kommentiert Shawn „Jay-Z“ Carter
die Ereignisse und auch Rihanna staunt immer noch über den
wahr gewordenen Traum: „Wenn das alles nicht passiert
wäre, dann würde ich immer noch
träumen“, lacht die 17-jährige und erinnert
sich gerne an die Aufregung vorm großen Vorsingen.
„Ich war unglaublich nervös. Aber als es dann
endlich losging und ich performen durfte, war ich ganz in meinem
Element.“
Ganz ihrer Firmenphilosophie folgend, ging es den Machern von Def Jam
Recordings, allen voran Jay-Z, nicht um einen schnellen Sommer-Clubhit,
sondern darum, Rihannas Talent entfalten zu lassen und ihre Karriere
Schritt für Schritt aufzubauen. „Ich signe keine
Songs, ich signe Talente“, Jay-Zs knappe Ansage dazu. So war
die höchste Prämisse bei der Arbeit im Studio,
Rihanna die Möglichkeit zu geben, sich bei der Produktion mit
eigenen Ideen und Songs einzubringen. Zusammen mit Evan Rogers und Carl
Sturken schrieb Rihanna die Tracks für ihr Debütalbum
und hatte eine bestimmte Vorstellung für den Sound:
„Meine Musik ist eine Mischung aus karibischen Beats und
R&B. Ich will nicht nur auf Dance Tracks reduziert werden, denn
ich kann singen. Auf dem Album gibt es Balladen und Upbeat Tracks
– der Sound variiert. Das war mir von Anfang an sehr
wichtig.“
Ihr von Shawn „Jay-Z“ Carter, Carl Sturken, Evan
Rogers und Track Masters produziertes Debütalbum
„Music Of The Sun“ vereint Reggae und Dancehall,
angereichert mit R&B und Soul Sounds und gibt Rihanna genug
Raum, ihre fassettenreiche Stimme zu entfalten. Von Bounce-Garanten bis
zu Balladen bietet „Music Of The Sun“ die volle
Bandbreite an Tunes, die süchtig machen können. Als
Gäste hat sich Rihanna ganz besondere Kollegen ins Studio
geladen: Elephant Man und Vybz Kartel. Rihannas erste Single
„Pon De Replay“ lässt Tanzmuffeln kaum
eine Chance. Damit hat die
Dancehall-Reggae-Männerdomäne endgültig
seine Königin gefunden. Rihanna ist nun bereit den Rest der
Welt zu erobern.
Im Spätsommer 2005 stehen die zwölf Songs weltweit in
den Läden, ihre Single "Pon De Replay" macht Rihanna zum Star
in Amerika. Auch Europa möchte sie im Sturm erobern.
Kaum ein halbes Jahr später legt Rihanna bereits ihr zweites
Album nach. "A Girl Like Me" erscheint im April 2006. Nach
bewährtem Konzept soll eine Dancefloor-geeignete Nummer
Appetit auf den Rest machen. Das "Pon De Replay" des Jahres 2006
heißt "SOS" und bezieht seine Wirkung fast zu 100% aus dem
überaus populären Soft Cell-Sample. Der Rest des
Albums, vorwiegend langsame Reggae- und R'n'B-Nummern sowie die
obligatorische Pianoballade, legt die Vermutung nahe, dass hier noch
einmal hurtig mit dem Pfrund der Jugend gewuchert werden sollte, bevor
es dafür zu spät ist.
Die Hard Facts sprechen jedoch eine andere Sprache. Für "Music
Of The Sun" (über eine Million verkaufte Einheiten) und "A
Girl Like Me" wird Rihanna mehrfach mit Platin ausgezeichnet. In
Deutschland erreicht "A Girl Like Me" Goldstatus und die Singles "SOS"
und "Unfaithful" klettern auf Platz eins der Singlecharts.
Mit dem 2007 erscheinenden "Good Girl Gone Bad" strebt Rihanna
offensichtlich danach, sich von sorglosen Teenagertagen zu
verabschieden. Der Albumtitel lockt jedoch auf die falsche
Fährte. Denn wer sich von "Good Girl Gone Bad" einen Stapel
fetziger Songs einer "schmutzigen" Künstlerin erhofft, wird
schwer enttäuscht.