Roger Cicero

Echo-Gewinn als Künstler des Jahres, Gold-, Platin- und Doppelplatin-
Auszeichnungen, ausverkaufte Konzerthallen ...... es ist eine gute Zeit für Roger
Cicero seit der Veröffentlichung seines Erfolgs-Debüts Männersachen am 26. Mai
2006. Ein großer Erfolg, der ihn selbst in Ausmaß und Wucht etwas überrascht
hat, doch der Erfolg kam nicht über Nacht.
Roger Ciceros künstlerische Biographie beginnt schon lange vor seiner Geburt am 6.
Juli 1970 in Berlin. Sie beginnt in einem kleinen Dorf in den Karpaten, wo sein
Großvater als Priester in einer rumänisch-orthodoxen Kirche amtierte und nach der
Messe Gedichte verfasste. Dort liegt seit Dezember 1997 der begnadete Pianist Eugen
Cicero begraben, Roger Ciceros Vater.
Eugen Cicero war in den 70er Jahren in ganz Europa ein berühmter Star, einer der
Ersten, die Jazz und Klassik miteinander verschmolzen. Er spielte unzählige
Schallplatten ein und unternahm ausgedehnte Konzertreisen. Kenner schnalzen noch
heute mit der Zunge, wenn sie seinen Namen hören. Rogers Mutter war Tänzerin an
der Oper, musste jedoch ihre Karriere wegen eines gebrochenen Zehs abbrechen.
Schon im Alter von 4 Jahren wird Roger auf den Klavierschemel gehoben, ob er will
oder nicht. Meistens will er nicht und irgendwann wird dieses Experiment dann
eingestellt. Aber als Sohn von Eugen Cicero holt einen die Musik früher oder später
doch ein. Mit 10 Jahren lernt Roger Gitarre zu spielen, was ihm wesentlich mehr liegt
als das Klavier. Die größte Freude sind allerdings die langen Autofahrten mit dem
Vater, wenn er, kaum den Stimmbruch überstanden, zusammen mit dem Vater singt.
Er erinnert sich an "Alone Again" von Gilbert O'Sullivan, "Misty" von Erroll Garner,
Songs von Stevie Wonder oder Manhattan Transfer. Überall im Wagen liegen
Musikkassetten herum. Besonders die langen Fahrten nach Klausenburg in Rumänien
liebt Roger sehr. Mit einer Hinterachse, die wegen der vielen Geschenke
durchgebogen ist, singen sie sich durch Österreich und Ungarn bis hin zur Oma -das
sind wunderschöne Momente.
Mit 12 Jahren steht Roger dann erstmals auf der Bühne (mit Helen Vita!), mit 16
Jahren folgt die erste TV-Show mit Horst Jankowski und dem RIAS-Tanzorchester. Der
Vater sorgt für einen profunden, klassischen Gesangsunterricht bei den
renommiertesten Lehrern seiner Zeit, der Schulunterricht allerdings leidet unter der
Musik: Es hagelt blaue Briefe. Roger verlässt das Gymnasium vor dem Abi mit der
Perspektive, Musik zu machen. Es folgt eine klassische Gesangs-, Klavier- und
Gitarrenausbildung am Hohner-Konservatorium in Trossingen, ab 1991 dann das
Musikstudium an der Hochschule der Künste in Hilversum, Hauptfach Jazzgesang.

Daneben und dazwischen feilt er an seiner musikalischen Perfektion bei zahlreichen
Auftritten mit dem Eugen Cicero Trio, dem Horst Jankowski Trio und dem
Bundesjugendjazzorchester unter Leitung von Peter Herbolzheimer. Als Mitglied einer
Showband in Holland lernt er das Handwerkszeug, um die Aufmerksamkeit Abend für
Abend auf sich zu ziehen.
Zurück in Deutschland arbeitet Roger Cicero kontinuierlich mit der Soullounge, spielt
und singt live und im Studio mit renommierten Köpfen der deutschen und europäischen
Musikszene. Angefangen bei Paul Kuhn, Nils Gessinger, Cornell Dupree, Stefan
Gwildis, ergänzt durch Kooperationen mit US-Stars wie Lamont Dozier, Mark Murphy,
Hiram Bullock oder Max Roachford. Ein gemeinsam mit Stephan Abels Formation
"After Hours" produziertes Album, "There I go", bekommt gute Rezensionen, genauso
eine CD mit Julia Hülsmann.
Es ist an der Zeit und der Wunsch nach einem Soloprojekt ist da. Es soll Swing sein, aber
nicht eines von vielen Alben, die sich in der Tradition von Frank Sinatra an den großen,
ewigen Klassikern des Genres versuchen. Roger Cicero will neue Songs, mit
Arrangements, die seine stimmlichen Fähigkeiten voll ausreizen. Das musikalische
Layout wird mit seinem Freund und heutigem musikalischen Leiter Lutz Krajenski
skizziert, in der feinen Text- und Produktionsmanufaktur von Frank Ramond und
Matthias Haß nimmt die Geschichte dann ihren Lauf. Mit den beiden Männern, die den
Künstlern keine Texte überstülpen oder gar verpassen, sondern zusammen mit ihnen
ihre Gedanken und Geschichten in Struktur und Verszeile bringen, geht man
zusammen ins Studio. Mit Erfolg. Das Debüt Männersachen hält sich über ein Jahr
konstant in den Charts, erreicht zwischenzeitlich Position drei und beschert Roger
Cicero Gold-, Platin- und Doppelplatin-Auszeichnungen sowie den "ECHO" als
"Künstler des Jahres". Die geplante Tournee wird ständig erweitert, Zusatzkonzerte
gebucht; aus ursprünglich 15 Terminen werden über 80 größtenteils ausverkaufte
Abende.
Während einer Tourpause gewinnt Roger Cicero mit dem Titel "Frauen regier'n die
Welt" den deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2007 und wagt
das Experiment, Deutschland mit deutschsprachigem Swing beim Finale in Helsinki zu
vertreten. Auch wenn es "nur" der 19. Platz wird, ist es doch ein erfolgreicher Schritt
von der nationalen auf die europäische Bühne. Eine unglaubliche Sympathiewelle
erwartet ihn zurück in Deutschland und in den Charts schießt "Frauen regier'n die Welt"
ohnehin nach oben.
Schon während der Tournee wird intensiv an neuem Material gearbeitet, es wird
geschrieben, arrangiert, produziert. Männersachen ist noch immer in den Charts, doch
der Nachfolger ist bereits fertig. beziehungsweise heißt das Werk. Musikalisch wird die
Spur erweitert, die durch Männersachen angelegt wurde. Die Arrangements sind
jazziger, rhythmischer, überraschender. Latinsounds von Salsa bis Samba, sogar ein
Blues ist dabei. Diese Vielseitigkeit ergibt sich einfach, wenn 12 hochkarätige Musiker
über ein Jahr lang in Tourbus, Backstagebereich und auf der Bühne dieselbe Luft
atmen. Auch die Beziehungsebenen in den Texten sind vielschichtiger geworden.
Natürlich geht es immer noch um Mann und Frau. Aber auch Väter sind Männer, und
Mütter sind Frauen. Und Freunde sind mal so, mal so.