Blondie


Ist das Punk, New Wave oder was jetzt? Das war die Frage, als Blondie Ende 1976 mit ihrem gleichnamigen Debütalbum die Manege betreten. 


Natürlich steht bei aller Euphorie die in New Jersey aufgewachsene Sängerin Debbie Harry im Mittelpunkt des Interesses, die ihre Band über die Jahre regelmäßig verteidigen muss, dass man eben nicht zu den unzähligen Kunstprodukten der Branche gehört, sondern als ganz normale Band mit einer charismatischen Frontfrau gelten will. 

Irgendwie fühlen sich Blondie von Anfang an ziemlich wohl zwischen den verschiedenen Genres.  Ihren kommerziellen Höhenflug in England treten sie im Frühjahr 1978 mit dem Song "Denis" an, einem Remake des Songs "Denise" von Randy And The Rainbows (1963). Den Rest der Welt kocht wenig später das dritte Album "Parallel Lines" mit den Hitsingles "Picture This", "Hanging On The Telephone" und natürlich "Heart Of Glass" weich.

In den folgenden Jahren bestätigen "Dreaming" und "Atomic" das enorme Single-Hit-Potenzial der Band, nicht zu vergessen  "The Tide Is High", das einmal mehr verdeutlicht, wie leichtfertig Blondie verschiedenste Musikstile in den eigenen Bandsound integrieren. "Rapture" gilt als der erste Rap-Song, den eine weiße (!) Sängerin (!!) in den US-Top Ten etablieren konnte. Aus der Kollaboration mit Disco-Produzent Giorgio Moroder resultiert 1980 der Hit "Call Me", der es auch auf den Soundtrack des Richard Gere-Films "American Gigolo" schafft.

Nach langer Schaffenspause melden sich Blondie 1999 mit dem siebten Album "No Exit" zurück, und es scheint tatsächlich, als seien sie nie weg gewesen. Die Single "Maria" klettert in 14 Ländern an die Pole Position der Charts, was eine erfolgreiche Tour durch Europa und die USA nach sich zieht.

Drei Jahre bleibt es anschließend wieder ruhig um die Band, bis im Sommer 2003 bekannt wird, dass Blondie dem Comeback eine Platte hinterher schieben wollen. "The Curse Of Blondie", so der Titel der Scheibe, erscheint im Oktober 2003. Die Vorabsingle "Good Boys", geschrieben von Debbie und Kevin Griffin (Better Than Ezra), mixt niemand Geringeres als ein Kumpel aus alten Disco-Tagen: Giorgio Moroder. Auch die nachgewachsene Generation bedient sich mittlerweile am Blondie-Output: Nachdem Sleeper mit ihrem "Atomic"-Cover bereits 1996 auf dem "Trainspotting"-Soundtrack für Furore sorgten, singen Kylie Minogue und Justin Timberlake auf den Brit Awards 2003 den Blondie-Hit "Rapture".